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Bergung eines Transportfahrzeuges auf der A2

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Am 09. Oktober um 10:45 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Traiskirchen-Stadt zu einer Fahrzeugbergung (T1) auf die Südautobahn A2 in Fahrtrichtung Wien alarmiert.


Im Bereich des Knotens Guntramsdorf, bei der Einmündung der A3 in die A2, war ein auf einem 10-Tonnen-Tiefladeanhänger transportierter, rund 17 Tonnen schwerer Teleskoplader (Manitou) umgestürzt. Das Gespann, bestehend aus dem Tiefladeanhänger und einem S-LKW des Bundesheeres, kam zwischen dem Beschleunigungsstreifen und der ersten Fahrspur zum Stillstand. Der S-LKW war weiterhin fahrbereit.


Bei unserem Eintreffen waren die Polizei und die ASFINAG bereits vor Ort und sicherten die Einsatzstelle ab.


Die Lageerkundung zeigte, dass der S-LKW, der Tiefladeanhänger und der umgestürzte Teleskoplader noch miteinander verbunden waren und erhebliche Kräfte auf die Konstruktion wirkten.


Nach Rücksprache mit den anwesenden Bundesheerangehörigen, der Polizei und dem Autobahnmeister wurde ein umfangreiches Bergungskonzept erstellt. Ziel war es, eine länger andauernde Totalsperre der A2 zu vermeiden und möglichst viele Fahrspuren für den Verkehr freizuhalten.


Daher wurde die FF Wienersdorf nachalarmiert. Die Bergung sollte mithilfe von drei Seilwinden (80 kN und zweimal 50 kN) sowie dem 47-mt-Ladekran von Last 2 Traiskirchen durchgeführt werden.


Zunächst wurde der Teleskoplader mithilfe des Ladekrans, von Hebekissen, einem Rettungsspreizer und Unterlagshölzern vom Tiefladeanhänger getrennt.


Anschließend wurde die Deichsel des Tiefladeanhängers mit dem Ladekran angehoben und entlastet, sodass auch der Anhänger vom S-LKW getrennt werden konnte.


Für das Aufrichten des Tiefladeanhängers wurde der S-LKW so positioniert, dass er als Anschlagpunkt für Umlenkrollen dienen konnte.


Der Anhänger wurde mit Rundschlingen und einem Drahtseil angeschlagen. Um den Schwerpunkt beim Aufrichten möglichst optimal zu treffen, wurde das Drahtseil der Seilwinde des RLFA Wienersdorf über eine Umlenkrolle zwischen den beiden Rundschlingen geführt. Zusätzlich wurde die Deichsel mit Ratschengurten gesichert.


Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und des danebenliegenden Teleskopladers war keine Gegensicherung des Anhängers möglich. Nach dem erfolgreichen Aufrichten wurde der Anhänger vom S-LKW entfernt und rund 100 Meter von der Unfallstelle entfernt sicher abgestellt.


Auch für das Aufrichten des Teleskopladers wurden Rundschlingen angeschlagen und der S-LKW erneut als Anschlagpunkt für eine Umlenkung eingesetzt. Mithilfe der Seilwinde des RLF Wienersdorf sollte durch eine lose Rolle eine Zugkraft von bis zu 100 kN erreicht werden.


Dieser Versuch musste jedoch abgebrochen werden, da der S-LKW durch die Zugkraft verschoben wurde.


Da aufgrund des Platzmangels keine günstigere Positionierung in Zugrichtung möglich war, wurde eine Freilandverankerung errichtet. Doch auch diese wurde durch die Zugkraft herausgezogen. Ein weiterer Versuch, bei dem Bäume im Windgürtel als Anschlagpunkte dienten, blieb ebenfalls erfolglos.


Nach einer neuerlichen Lagebesprechung wurde beschlossen, einen letzten Versuch mit der 120-kN-Seilwinde des S-LKW durchzuführen. Dabei wurde die Seilwinde jedoch so stark beschädigt, dass auch dieser Versuch ohne Erfolg blieb.


Daraufhin wurde das Kranfahrzeug Mödling angefordert. Für dessen Anfahrt über den Knoten Guntramsdorf entgegen der Fahrtrichtung auf der A2 musste die Autobahn in diesem Bereich gesperrt werden.


Nach dem Eintreffen wurde das Kranfahrzeug in Stellung gebracht. Der Teleskoplader konnte schließlich aufgerichtet und mithilfe der 160-kN-Seilwinde von Last 2 Traiskirchen kontrolliert aufgestellt werden.


Während unsere Mannschaft mit der aufwendigen Bergung beschäftigt war, übernahm die FF Möllersdorf für uns eine weitere Fahrzeugbergung auf der A2 in Fahrtrichtung Graz.


Nach dem erfolgreichen Aufrichten des Manitous rückten unsere Einsatzkräfte zu einer weiteren Fahrzeugbergung in Fahrtrichtung Wien aus.


Wir bedanken uns herzlich bei allen eingesetzten Organisationen und Kräften für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und die Unterstützung bei diesem anspruchsvollen Einsatz!


Fazit des Einsatzleiters: Die Lage des Schwerpunktes und seine Auswirkung auf den Aufstellvorgang wurden massiv unterschätz wodurch sich die Fehlversuche erklären lassen. Trotz der Fehlversuche und der damit verbundenen Dauer des Einsatzes ergeht ein großes Danke des Einsatzleiters an alle bei der Bergung eingesetzten Kräfte für die gute Zusammenarbeit und der konstruktiven Beratung.




 
 
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